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Freitag 5. Dezember 2025 um 19 Uhr

PREISVERLEIHUNG DER EXIL-LITERATURPREISE 2025

MIT KURZVIDEOS, LESUNGEN & BUCHPREMIERE

Literaturhaus Wien, Zieglergasse, 1070 Wien

Zum 29. Mal vergab der VEREIN EXIL die EXIL-LITERATURPREISE

zur Förderung der Literatur von Autor*innen, die aus einer anderen

Kultur und Erstsprache kommen und in deutscher Sprache schreiben.

Der Hauptpreis 2025 ging an Lali Gamrekelashvili für ihren Text „Ein anderes Neujahr“. Die weiteren Preise erhielten Nastasja Penzar, Ludmila Doležalová,

Olja Alvir, Felicia Schätzer, Paula Dorten, Selina Le und die Deutsch-

Schüler*innen des BFI Wien Jugendcollege  advanced ost, Praterstrasse 62,

1020 Wien, betreut von Ganna Gnedkova-Huemer.
 

Moderation: Jessica Beer (Residenz Verlag)
Musik: Milos Todorovski (Akkordeon) & Andrej Prozorov (Tenorsaxofon)

Mit den Juror*innen 2025 für Prosa und Lyrik: Paula Pfoser (ORF), Jessica Beer (Residenz Verlag), Thomas Perle (Autor) und der Jury für Jugend- und Schulpreise: Grzegorz Kielawski (Autor), Christa Stippinger (edition exil).

Buffet: Amerlingbeisl

 



Buchpremiere Anthologie Preistexte25
Das Buch zu den EXIL-LITERATURPREISEN 2025

Herausgegeben von Christa Stippinger

mit einem Vorwort von Thomas Perle
Broschiert, € 15,- , edition exil,

Wien 2025, ISBN: 978-3-901899-99-7
 

mit texten von lali gamrekelashvili, nastasja penzar, ludmila doležalová, felicia schätzer, olja alvir, paula dorten, selina le, schüler*innen des jugendcollege –

wien #advanced ost in 1020 wien betreut von Ganna Gnedkowa/Huemer

und mit interviews mit den preisträger*innen.     


Vorwort:
Vom Schreiben und Denken
Thomas Perle

„Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen,

als ich mir nicht anders zu helfen wusste“, schreibt Nobelpreisträgerin Herta

Müller und spricht Worte, die wohl von vielen Autor:innen so unterschrieben

werden könnten. Das Schreiben ist mit einem Drang verbunden.

Wir schreiben, weil uns etwas so dringlich erscheint, dass wir es zu Papier

bringen müssen, um es selbst nicht zu vergessen oder um selbst nicht

vergessen zu werden.

Herta Müller schreibt heute nicht mehr, stattdessen sammelt sie Wörter in Schubladen, sie reiht Worte aneinander, legt sie zusammen, collagiert und

schafft Wortlandschaften. Worte erschaffen Welten, schaffen Figuren, die wir
lieben, die wir hassen. Worte bringen uns zum Weinen, zum Lachen und im

besten Fall zum Denken. Worte können mobilisieren, sie können motivieren, im besten Sinne wie auch im schlechtesten. Wenn sie zum Beispiel manipulieren.
Was also schreiben? Wie schreiben? Und wozu? In einer Zeit, in der die

Menschheit Maschinen ihre Sprache anvertraut und wie selbstverständlich

von Tag zu Tag mehr und mehr das Denken auslagert.


Wohin wird uns das führen? Werden wir uns selbst noch zu helfen wissen?
In einer Zeit, die an gewisse andere Zeiten erinnert, die verroht, die vernichtend gewesen und in Zerstörung endeten. Da fragt sich ein denkender Mensch doch: Haben wir wirklich nichts gelernt? Aus der Geschichte? Aus den Geschichten,

die wir geschrieben? Und noch schreiben? Worte haben Macht. Warum sonst

werden Bücher verbannt, Sprache gecancelt? Es braucht keine brennenden
Scheiterhaufen wie in jener dunklen Zeit, heute geschieht es beinah leise, im Hintergrund, mit lautem Geschrei, das ablenken soll. Es folgt einer Strategie,

die Welt mit Mist zu überschwemmen, und künstliche Intelligenz liefert den Schli-
cker, die Schlempe, ihren slop dazu. Sie kann nichts dafür, ist bloß Instrument.

Und wie dieses verwendet wird, hängt immer von Händen ab, die es benutzen.

Sie wird Intelligenz genannt, doch denken kann sie nicht. Das ist bisweilen uns
Menschen vorbehalten, ebenso das Fühlen. Wir Menschen sehnen uns nach Authentizität, nach einem wahren Kern, der tief drin doch unsere eigene Unvoll-
kommenheit ist, die uns so menschlich macht.

Auch dieses Jahr hat die edition exil nach Worten gesucht, die vom menschlichen Miteinander erzählen, vom Leben zwischen verschiedenen Kulturen, die uns mitnehmen in neue Welten, uns zum Nachdenken anregen. Vielstimmig,
vielsprachig. Gefunden wurde Literatur. Lesen Sie selbst.

Das Projekt wurde unterstützt von:

 

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impressum

exil, zentrum für interkulturelle kunst und antirassismusarbeit

stiftgasse 8, 1070 wien

verein.exil@inode.at

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